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Ist mein Silber echt? Sieben Tests, die zu Hause funktionieren — und zwei, die du lassen solltest

Ein Erbstück ohne Rechnung, ein Flohmarktfund, eine Kette aus dem Urlaub: Irgendwann hält jeder ein Silberstück in der Hand und fragt sich, ob es echt ist. Ein Labor braucht es dafür selten. Sieben Prüfungen, die jeder zu Hause machen kann — sortiert von „aussagekräftig“ bis „Hinweis“ — und zwei, die im Internet kursieren und dem Schmuck schaden.

1. Die Punze

Der beste erste Blick. Echtes Silber trägt einen Feingehaltsstempel: 925 (Sterlingsilber), 999 (Feinsilber), bei älteren Stücken 835 oder 800. Auch „Sterling“ und „Ag 925“ bedeuten 925. Die Punze sitzt innen am Ring, am Verschluss, hinten am Anhänger oder am Ohrsteckerstift — winzig, mit der Handykamera im Zoom gut lesbar. Fehlt sie, ist das noch kein Urteil (sehr feine Stücke haben keine Fläche dafür), aber ein Grund für die weiteren Tests. Vorsicht bei Stempeln wie „S925“ auf Billigware aus dem Netz: Ein Stempel lässt sich fälschen, deshalb nie nur auf die Punze verlassen.

2. Der Magnet

Silber ist nicht magnetisch. Zieht ein Kühlschrankmagnet das Stück an, ist der Kern aus Eisen oder Stahl — dann ist es höchstens versilbert. Zieht er nicht an, ist Silber möglich, aber nicht bewiesen: Messing, Kupfer und Zinklegierungen sind ebenfalls unmagnetisch. Der Magnet schließt aus, er bestätigt nicht.

3. Der Klang

Lass eine Münze oder einen massiven Anhänger aus wenigen Zentimetern auf eine harte Fläche fallen. Silber klingt hell, klar und lang nachklingend, fast wie eine kleine Glocke. Unedle Legierungen klingen dumpf und kurz. Bei feinen Ketten und Ohrsteckern funktioniert das nicht — zu wenig Masse.

4. Das Eis

Silber leitet Wärme besser als jedes andere Metall. Leg einen Eiswürfel auf einen massiven Silbergegenstand und daneben einen auf eine Münze aus Stahl oder Kupfer: Auf dem Silber schmilzt er sichtbar schneller. Der Test braucht Masse — ein Löffel, ein Armreif, ein Barren. Für einen Ohrstecker ist er unbrauchbar.

5. Das Gewicht

Sterlingsilber ist dicht: rund 10,4 Gramm pro Kubikzentimeter, deutlich schwerer als Stahl (7,9) und viel schwerer als Aluminium (2,7). Ein Anhänger, der sich für seine Größe verdächtig leicht anfühlt, ist hohl oder kein Silber. Wer eine Feinwaage und ein Messglas hat, kann die Dichte bestimmen: Gewicht durch verdrängtes Wasservolumen. Landet der Wert bei 10 bis 10,5, spricht viel für Silber.

6. Das Anlaufen

Klingt paradox, ist aber einer der ehrlichsten Hinweise: Echtes Silber wird mit der Zeit gelblich bis dunkel und lässt sich mit einem Silberputztuch wieder blank reiben — das Tuch wird dabei schwarz. Edelstahl läuft nicht an. Messing wird grünlich oder braun und hinterlässt grüne Spuren auf der Haut. Rhodiniertes Silber läuft allerdings ebenfalls kaum an — hier hilft ein Blick auf eine Stelle, an der die Schicht abgerieben ist, etwa die Innenseite eines Rings. Was genau beim Anlaufen passiert, steht im Ratgeber Warum Silber anläuft.

7. Der Preis

Kein Test am Stück, aber der treffsicherste von allen: Silber hat einen Materialwert, und eine „925er“-Kette mit Anhänger für sechs Euro inklusive Versand kann rechnerisch kein Sterlingsilber sein. Bei Angeboten weit unter dem Marktwert ist die Frage nicht, ob etwas nicht stimmt, sondern was.

Zwei Tests, die du lassen solltest

Der Bleichmittel-Test. Ein Tropfen Chlorbleiche lässt Silber innerhalb von Sekunden dunkel anlaufen — das stimmt. Aber er zerstört Rhodinierung und Vergoldung, greift Steine an und hinterlässt auf blankem Silber einen Fleck, den du wieder wegpolieren musst. Nicht an Schmuck, den du behalten willst.

Der Säuretest. Juweliere prüfen mit einer Säure, die an einer Feilstelle je nach Metall die Farbe wechselt. Das ist zuverlässig — und hinterlässt eine Feilspur. Wenn du Gewissheit brauchst, lass das den Juwelier machen; er weiß, wo er feilt, damit man es nicht sieht.

Wenn alle Tests unklar bleiben

Ein Juwelier oder Goldschmied prüft Silber in wenigen Minuten, meist kostenlos oder für einen kleinen Betrag, mit Säure oder einem Röntgenfluoreszenz-Gerät, das die Legierung genau ausliest. Für Erbstücke und Sammlerware lohnt sich das immer.

Beim Neukauf ist der einfachste Test die Beschreibung: Steht „925 Sterling Silber“ dabei, sind Maße und Ausführung genannt, hat der Anbieter ein Impressum mit Adresse? Bei LaViida findest du das bei jedem Stück — etwa bei den Halsketten und Ohrsteckern —, und die Marke wird von Juwelieren in Österreich geführt.

Häufige Fragen

Wie erkenne ich echtes Silber ohne Stempel?

Magnet (darf nicht anziehen), Gewicht (schwer für seine Größe), Klang (hell und lang bei massiven Stücken), Anlaufen (wird dunkel, lässt sich blank polieren). Sicherheit gibt der Juwelier mit Säure- oder Röntgentest.

Ist Silber magnetisch?

Nein. Zieht ein Magnet, ist es kein Silber. Zieht er nicht, kann es Silber sein — oder Messing, Kupfer, Zink.

Was bedeutet S925?

Es soll 925 Sterlingsilber bedeuten. Der Stempel ist auf importierter Billigware weit verbreitet und wird oft gefälscht. Nicht allein darauf verlassen, sondern Gewicht, Magnet und Preis dazunehmen.

Läuft echtes Silber an?

Ja, unbeschichtetes Silber wird mit der Zeit dunkel und lässt sich wieder blank polieren. Rhodiniertes Silber läuft kaum an, weil die Rhodiumschicht es schützt.

Kann ich Silber mit Essig testen?

Essig ist zu schwach, um eine verlässliche Reaktion zu zeigen, und kann Beschichtungen und Steine angreifen. Lieber Magnet, Gewicht und Klang.

Was kostet ein Echtheitstest beim Juwelier?

Oft nichts oder wenige Euro. Der Säuretest hinterlässt eine winzige Feilspur, der Röntgenfluoreszenz-Test gar keine Spur.

Zum Weiterlesen: Ratgeber: 925 oder 999? · Ratgeber: Woran du gute Qualität erkennst · Wikipedia: Silber · Wikipedia: Punzierung