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925 oder 999? Was die Zahl auf deinem Silberschmuck bedeutet

Auf fast jedem Silberschmuck steht eine kleine Zahl: 925, manchmal 999, bei älteren Stücken 835 oder 800. Sie ist keine Modellnummer und kein Preis, sondern die wichtigste Angabe überhaupt — sie sagt, wie viel Silber wirklich drin ist. Und davon hängt ab, wie hart das Stück ist, wie schnell es anläuft und ob es sich für jeden Tag eignet.

Die Zahl ist ein Tausendstel-Wert

Die Punze gibt den Feingehalt in Tausendsteln an. 925 heißt: 925 von 1.000 Gewichtsanteilen sind Silber, also 92,5 Prozent. Der Rest — 7,5 Prozent — ist ein anderes Metall, in aller Regel Kupfer. 999 steht für Feinsilber mit 99,9 Prozent Silberanteil. 835 und 800 findest du auf altem Besteck und Erbstücken: 83,5 beziehungsweise 80 Prozent Silber.

Je höher die Zahl, desto mehr Silber. Das klingt, als wäre 999 automatisch besser. Für Schmuck ist das Gegenteil der Fall.

Warum 999 Feinsilber für Schmuck fast nie verwendet wird

Reines Silber ist weich. Ein Ring aus Feinsilber verbiegt sich mit der Zeit, eine Kette aus 999 verkratzt, eine Öse gibt nach. Deshalb wird Feinsilber vor allem für Barren, Münzen und einzelne handgeschmiedete Stücke genutzt, die nicht täglich getragen werden. Wer Feinsilber-Schmuck kauft, kauft einen höheren Silberanteil — und ein Stück, das schneller Spuren zeigt.

925 Sterlingsilber: die Legierung, die den Alltag aushält

Der Zusatz von 7,5 Prozent Kupfer macht Silber deutlich härter, ohne dass es seinen Glanz oder seine Farbe verliert. Genau diese Mischung heißt Sterlingsilber. Der Name stammt aus dem England des 12. Jahrhunderts, wo der Silberpenny — der „Sterling“ — in dieser Legierung geprägt wurde. Seit Jahrhunderten ist 925 der Standard für Schmuck, Besteck und Silberwaren, weil es den besten Kompromiss bietet: fast reines Silber, aber stabil genug für Verschlüsse, Ohrstecker-Stifte und feine Kettenglieder.

Alle Stücke bei LaViida — Halsketten, Ohrstecker, Creolen und Armbänder — bestehen aus 925 Sterlingsilber.

Rhodiniert, vergoldet, rosé — was der Überzug ändert (und was nicht)

Die Zahl 925 beschreibt den Kern des Schmuckstücks. Was du an der Oberfläche siehst, kann eine zusätzliche Schicht sein:

Rhodiniert bedeutet, dass das Silber mit einer hauchdünnen Schicht Rhodium überzogen ist, einem Platinmetall. Rhodium ist heller und härter als Silber und läuft nicht an. Rhodiniertes 925er sieht deshalb weißer aus und bleibt länger glanzvoll als unbehandeltes Silber.

Gelb vergoldet und rosé vergoldet heißt: Der Kern ist 925 Sterlingsilber, darüber liegt eine Goldschicht. Das ist kein Goldschmuck und muss auch nicht so bezahlt werden — aber es ist auch kein „Modeschmuck“ aus Messing. Die Punze 925 gilt weiterhin, denn sie bezieht sich auf das Grundmetall.

Die Punze: wo sie sitzt und was sie sagen muss

In Österreich und Deutschland muss der Feingehalt auf Silberwaren gekennzeichnet sein. Die Punze findest du an unauffälligen Stellen: innen am Ring, am Verschluss der Kette, auf der Rückseite eines Anhängers, am Stift eines Ohrsteckers. Sie ist oft winzig — eine Lupe oder die Kamera-Zoomfunktion des Handys hilft. Neben der Zahl kann ein Herstellerzeichen stehen; „Sterling“ oder „Ag 925“ sind gleichbedeutend mit „925“.

Fehlt die Punze ganz, ist das kein Beweis für eine Fälschung — sehr feine Stücke haben manchmal keine Fläche dafür —, aber ein Grund, beim Händler nachzufragen.

Warum Silber anläuft und was die Zahl damit zu tun hat

Silber reagiert mit Schwefelverbindungen in der Luft und bildet eine dunkle Schicht Silbersulfid. Das ist keine Qualitätsfrage, sondern Chemie: Auch Feinsilber läuft an. Der Kupferanteil in 925 beschleunigt den Vorgang etwas, eine Rhodinierung bremst ihn deutlich. Ein weiches Silberputztuch entfernt die Schicht in Sekunden. Wer den Schmuck trocken, einzeln und geschlossen aufbewahrt, hat lange Ruhe davor.

Ist mein Silber echt? Vier Prüfungen für zu Hause

Punze suchen. 925, 999, Sterling oder Ag 925 — siehe oben.

Magnet. Silber ist nicht magnetisch. Zieht ein Kühlschrankmagnet das Stück an, ist der Kern aus Eisen oder Stahl. Zieht er nicht an, ist das ein gutes Zeichen, aber noch kein Beweis — Messing und Kupfer sind ebenfalls nicht magnetisch.

Anlaufen. Klingt paradox, ist aber ein Hinweis: Echtes Silber wird mit der Zeit dunkler und lässt sich wieder blank polieren. Edelstahl und viele Modeschmuck-Legierungen tun beides nicht.

Preis. Ein Silberpreis, der weit unter dem Materialwert liegt, ist der zuverlässigste Warnhinweis von allen.

Und was ist mit Nickel?

Sterlingsilber wird üblicherweise mit Kupfer legiert, nicht mit Nickel. Die EU begrenzt außerdem, wie viel Nickel Schmuck bei Hautkontakt abgeben darf. Wer eine Nickelallergie hat, fährt mit 925 Sterlingsilber deshalb in der Regel gut — und mit rhodiniertem Silber noch etwas besser, weil die Rhodiumschicht die Haut zusätzlich vom Grundmetall trennt.

Häufige Fragen

Ist 925 Silber echtes Silber?

Ja. 925 bedeutet 92,5 Prozent reines Silber, legiert mit 7,5 Prozent eines anderen Metalls, meist Kupfer. Das ist die weltweit übliche Norm für Silberschmuck und wird als Sterlingsilber bezeichnet.

Was ist besser, 925 oder 999?

Für Schmuck 925. Feinsilber mit 999 ist zu weich für Verschlüsse, Ohrstecker und Ketten und verkratzt schnell. 999 eignet sich für Barren, Münzen und Einzelstücke, die nicht täglich getragen werden.

Was bedeutet 835 auf Silber?

83,5 Prozent Silberanteil. Diese Legierung war in Deutschland und Österreich lange bei Besteck und älterem Schmuck üblich. Sie ist etwas härter als 925, läuft aber schneller an und hat einen leicht anderen Farbton.

Ist vergoldetes 925er Silber Goldschmuck?

Nein. Der Kern ist Sterlingsilber, darüber liegt eine dünne Goldschicht. Die Punze 925 bezieht sich auf das Grundmetall. Vergoldetes Silber ist deutlich günstiger als massives Gold und sieht ihm im Alltag sehr ähnlich.

Warum läuft mein 925er Silber an?

Weil Silber mit Schwefel aus der Luft reagiert und Silbersulfid bildet. Das passiert bei jedem echten Silber, auch bei 999. Ein Silberputztuch behebt es in Sekunden, eine Rhodinierung verzögert es stark.

Wo finde ich die Punze?

Innen am Ring, am Kettenverschluss, auf der Rückseite des Anhängers oder am Stift des Ohrsteckers. Sie ist klein — die Zoomfunktion der Handykamera hilft beim Lesen.

Zum Weiterlesen: Wikipedia: Sterlingsilber · Wikipedia: Feinsilber · Wikipedia: Feingehalt · Wikipedia: Rhodium